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Regelmäßiges Sparen bei hoher Inflation – darauf sollten Sparer achten

Am Markt gibt es eine Reihe von Produkten, die dem regelmäßigen Vermögensaufbau dienen. Diese unterscheiden sich allerdings insbesondere im Hinblick auf Verfügbarkeit, Sicherheit und Rendite. Besondere Ansprüche an das regelmäßige Sparen werden gestellt, wenn die Inflationsrate relativ hoch ist. Das trifft momentan (Juli 2023) auf Deutschland zu, denn die Preissteigerungsrate bewegt sich auf einem Niveau von ungefähr sieben Prozent. Deshalb möchten wir in unserem Beitrag das Thema betrachten, welche Form des regelmäßigen Sparens möglichst optimal bei einer hohen Inflationsrate geeignet ist.

 

Welche Optionen zum Vermögensaufbau gibt es?

 

Lassen uns zunächst einen Blick darauf werfen, welche Optionen existieren, wenn Sie regelmäßige sparen möchten. Banken, Fondsgesellschaften und auch Versicherer bieten mehrere Produkte an, die unter die Rubrik Sparpläne und Sparverträge fallen. Diese sind extra konzipiert, um durch regelmäßige Einzahlungen nach und nach ein Vermögen aufzubauen. Ob und welche Sparformen allerdings davon gerade bei hoher Inflation geeignet sind, darauf möchten wir im Beitrag näher eingehen. Zunächst einmal der Überblick über die Finanzprodukte, die speziell für das regelmäßige Sparen geeignet sind:

 

  • Banksparplan
  • Bausparvertrag
  • ETF-Sparplan
  • Fondssparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • Edelmetallsparplan
  • Aktiensparplan

 

Lassen uns jetzt die einzelnen Sparpläne betrachten und vor allem dorthin gehend beleuchten, wie geeignet diese bei einer hohen Inflationsrate sind.

 

Banksparplan: Faktisch die schlechteste Wahl bei hoher Inflation

 

Immer mehr Kreditinstitute haben insbesondere während der Niedrigzinsphase den Banksparplan aus dem Programm genommen. Dies geschah nicht ohne Grund, denn Sparer haben sich immer öfter nicht mehr für diese Form des regelmäßigen Vermögensaufbaus entschieden. Der Grund sind vor allem niedrige Zinsen, sodass die Rendite beim Banksparplan vor allem in den letzten fünf Jahren selten oberhalb von drei Prozent lag.

 

Zwar gibt es inzwischen eine Zinswende am Markt, aber dennoch sind für viele Sparer Banksparpläne nach wie vor unattraktiv. Da der Zinssatz mitsamt eines eventuellen Bonus oder einer Prämie nach wie vor selten die Marke von drei Prozent überschreitet, eignen sich Banksparpläne wenig bis gar nicht bei hoher Inflationsrate. Dazu ein Beispiel: Nehmen wir an, dass Sie inklusive Prämien und einem Bonus sowie der Zinsen bei einem Banksparplan einen Ertrag in Höhe von 3,5 Prozent erzielen.

 

Wenn wir nun die Inflationsrate von aktuell sieben Prozent gegenrechnen, würde das bedeuten, dass Sie mit dem Banksparplan einen realen Kapitalverlust in Höhe von 3,5 Prozent erleiden. Das kann natürlich nicht Sinn und Zweck eines Vermögensaufbaus sein, dass Ihr Kapital in der Summe an Wert verliert. Einzig die sehr hohe Sicherheit spricht noch für den Banksparplan, die durchschnittlich niedrige Rendite jedoch eindeutig dagegen.

 

Bausparvertrag: Als reiner Sparplan ungeeignet

 

Beim Bausparvertrag muss man nicht einmal näher auf die Verbindung zu einer hohen Inflationsrate eingehen. Unserer Ansicht nach und der viele Experten sind Bausparverträge generell nicht als reine Sparpläne geeignet. Warum ist das so? Der Bausparvertrag wurde konzipiert, damit eine Kombination aus Ansparen und späterer, günstige Finanzierung möglich ist. Somit gliedert sich jeder Bausparvertrag, wenn der Bausparer es möchte, in eine Anspar- und spätere Darlehensphase.

 

Während der Ansparphase erhalten Bausparer jedoch nur einen geringen Zins, der sich oftmals noch niedriger als beim Banksparplan darstellt. Stattdessen bietet sich der Bausparvertrag insbesondere unter der Voraussetzung an, dass Sie später das zinsgünstige Bauspardarlehen nutzen. Das allerdings bedeutet, dass Sie eine Immobilienfinanzierung brauchen, weil Sie ein Haus kaufen oder bauen möchten. Nur zum sparen hingegen ist der Bausparvertrag nicht geeignet, insbesondere nicht bei einer hohen Inflationsrate.

 

ETF- und Fondssparplan: Akzeptable Lösung bei hoher Inflationsrate

 

Die zwei Produkte Fonds- und ETF-Sparplan können wir zusammen betrachten, weil es in beiden Fällen um das regelmäßige Sparen mit Fonds geht. Unterschiede sind, dass klassische Fonds aktiv gemanagt werden, der Fondsmanager also frei in seiner Wahl ist, welche Aktien beispielsweise ins Portfolio aufgenommen werden. ETFs hingegen sind passiv gemanagt, denn dann muss der Fondsmanager einen vorgegebenen Index nachbilden. In beiden Fällen investieren Sie vornehmlich in Aktien. Die Rendite kann sich vor allem im Vergleich zum Banksparplan mit durchschnittlich jährlich zwischen sechs und sieben sehr gut sehen lassen. Bei einer momentan Inflationsrate von rund sieben Prozent würde so allerdings im besten Fall eine kleine, positive Rendite von vielleicht ein Prozent jährlich entstehen.

 

Private Rentenversicherung und Kapitallebensversicherung: Nicht empfehlenswert

 

Zwei Versicherungsprodukte dienen ebenfalls dem Vermögensaufbau, nämlich zum einen die private Rentenversicherung und zum anderen die Kapitallebensversicherung. Im Versicherungsbereich gibt es insgesamt – je nach Versicherungsunternehmen – bis zu fünf Varianten, zwischen denen sich Kunden entscheiden können, nämlich:

 

  • Klassische Kapitallebensversicherung
  • Fondsgebundene Lebensversicherung
  • Britische Lebensversicherung
  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung

 

Zwischen diesen Varianten müssen Sie unbedingt unterscheiden. Während zum Beispiel bei der klassischen Kapitallebensversicherung jeweils Beiträge vornehmlich sehr sicher in Anleihen und Geldmarktpapiere investiert werden, legt die Versicherungsgesellschaft die Kundengelder bei der britischen Lebensversicherung in Aktien an. Damit sind die durchschnittlichen Rendite – auch im Hinblick auf eine hohe Inflationsrate – wesentlich höher als bei der konventionellen Variante. Trotzdem sprechen einige Punkte eher gegen die private Renten und vor allem die Kapitallebensversicherung. Das sind zum Beispiel:

 

  • Relativ hohe Kosten, vor allem Abschlussprovision
  • Vergleichsweise unflexibel
  • Nicht riesterfähig (KLV)
  • Überschussanteile in den letzten Jahren stetig gesunken

 

Aktiensparplan: Zweitbeste Lösung bei hoher Inflationsrate

 

Der Aktiensparplan ist unserer Meinung nach die zweitbeste Lösung, wenn es um Sparen bei hoher Inflationsrate geht. Mit Aktien investieren Sie in Sachwerte, denn sie stellen einen Anteil an einer AG und damit an einem Unternehmen dar. Für die Wertentwicklung spielt die Inflation kaum eine Rolle. Zudem lassen sich mit den Wertpapieren durchschnittlich gute Renditen erzielen, die im Schnitt bei sieben bis acht Prozent im Jahr liegen. Im Zuge eines Aktienplans können Sie somit regelmäßig Aktien kaufen und so mit einem größeren Inflationsschutz agieren.

 

Edelmetallsparplan: Die beste Option für Sparen bei hoher Inflationsrate

 

Sachanlagen gelten als Investments mit Inflationsschutz. Daher entscheiden sich viele Anleger und auch Sparer für diese Anlage, der Wert auch bei einer höheren Inflationsrate erhalten bleibt. Zu den typischen Sachwerten zählen unter anderem:

 

  • Immobilien
  • Edelmetalle
  • Antiquitäten
  • Schmuck
  • Luxusuhren
  • Kunstwerke

 

Tauglich für regelmäßiges Sparen sind jedoch nur indirekte Investments in Immobilien mittels offener Immobilienfonds sowie Edelmetalle. Sie können im Rahmen eines Edelmetallsparplans regelmäßig Gold oder Silber kaufen. Die geschieht mit Inflationsschutz, auch wenn die durchschnittliche Rendite bei Edelmetallen „nur“ bei jährlich vier bis fünf Prozent liegt. Trotzdem zählen das Sparen in Gold und Silber zu den besten Möglichkeiten, wie Sie auch bei hoher Inflation ein Vermögen aufbauen können.

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