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Arbitragehandel – so profitieren Sie von kleinsten Kursdifferenzen


Die Anlage in Aktien ist auch deshalb sehr vielseitig, weil Sie damit unterschiedliche Ziele verfolgen können. So gibt es nicht nur die Möglichkeit des Vermögensaufbaus und des langfristigen Investments. Darüber hinaus haben Investoren neben Spekulationen die Option, von kleinsten Kursdifferenzen zu profitieren. Man nennt das auch Arbitragehandel und es werden dementsprechend Arbitragegeschäfte getätigt. Worum es sich dabei handelt und wie das funktioniert, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

 

Welche Anlagemöglichkeiten habe ich bei Aktien?

 

Bevor wir näher auf den Arbitragehandel eingehen, lassen Sie uns kurz zusammenfassen, welche unterschiedlichen Optionen Sie im Zusammenhang mit dem Investment in Aktien haben. Es lassen sich in erster Linie die folgenden Anlageformen differenzieren:

 

  • Vermögensaufbau (regelmäßiges Sparen)
  • Langfristiges Investment (Kapitalanlage)
  • Spekulation (Trading)
  • Arbitragehandel

 

Viele Anleger nutzen eine langfristige Kapitalanlage in Aktien, um auf diese Weise ihr Vermögen zu vermehren. Alternativ oder zusätzlich dienen die Wertpapiere ebenfalls zum Vermögensaufbau. Dazu werden zum Beispiel Aktien-Sparpläne genutzt. Eine andere Gruppe von Anlegern nimmt die Aktienwerte zu Spekulationen in Anspruch, was allgemein auch als Trading bezeichnet wird. Die vierte Variante sind dann die Arbitragegeschäfte, mit denen wir uns näher beschäftigen möchten.

 

Was bedeutet Arbitrage?

 

Im Begriff Arbitragehandel steckt in erster Linie das Wort Arbitrage. Grundsätzlich handelt es sich dabei um einen Abschlag oder auch um eine Differenz. Im Finanzbereich ist mit der Arbitrage gemeint, dass es eine Kurs- oder Preisdifferenz bei einem bestimmten Basiswert gibt. Solche Arbitragen existieren grundsätzlich bei sämtlichen Finanzprodukten, die an der Börse gehandelt werden und für die es entsprechend einen Preis oder Kurs gibt, der sich aufgrund von Angebot und Nachfrage verändern kann. Das bedeutet, dass es in erster Linie bei den folgenden Finanzprodukten ein Arbitragegeschäft geben kann:

 

  • Aktien
  • Fonds
  • ETFs
  • Kryptowährungen
  • Devisen
  • Rohstoffe

 

Wenn eine Aktie beispielsweise an einer Börse zu einem Kurs von 58,36 Euro und an einer anderen Börse zu 58,38 Euro gehandelt wird, dann würde sich die Kursdifferenz, also die Arbitrage, auf exakt zwei Cent belaufen. Genau das ist die Grundlage für den Arbitragehandel, mit dem Sie von kleinsten Kursdifferenz profitieren können.

 

Wie funktioniert der Arbitragehandel?

 

Der Arbitragehandel basiert auf den zuvor erläuterten Kursen, die sich stets auf einen bestimmten Basiswert beziehen. Solche Kursunterschiede muss es allerdings nicht immer geben, denn manchmal wird zum Beispiel eine Aktie an allen Börsen zum gleichen Preis notiert. Wichtig zu beachten ist, dass es bei Arbitragegeschäften immer um zeitgleiche Kursdifferenzen geht, denn natürlich bewegen sich die Aktienkurse und die Kurse sonstiger Basiswerte im Verlauf des Tages ohnehin. Wenn es also eine Arbitrage gibt, wäre zum Beispiel der Kurs der Telekom-Aktien zur gleichen Zeit an der Börse in Frankfurt zum Beispiel zwei Cent höher oder niedriger als zu diesem Zeitpunkt an der Börse in Berlin. Das wäre eine klassische Arbitrage, von der Sie als Anleger profitieren könnten.

 

Die Arbitragegeschäfte funktionieren so, dass Sie an zwei unterschiedlichen Börsen zeitgleich einen Auftrag erteilen. Das geschieht entweder über Ihre Bank oder Ihren Broker. Zum einen handelt es sich um einen Kaufvertrag und zum anderen um einen Verkaufsauftrag. Wichtig ist, dass die beiden Aufträge sich durch folgende Merkmale kennzeichnen:

 

  • Kauf- und Verkaufsorder beziehen sich auf den gleichen Basiswert
  • Kauf- und Verkaufsorder umfassen die gleiche Stückzahl an Aktien
  • Sie geben beiden Orders ein Kurslimit mit

 

Der wichtigste Punkt ist der letzte, nämlich dass Sie sowohl die Kauf- als auch die Verkaufsorder mit einem Limit versehen. Sie müssen sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf unbedingt ein Limit setzen, denn sonst würden die zwei Orders bestens bzw. billigst ausgeführt. Dann würde die Chance allerdings erheblich sinken, dass Sie an der Börse A einen günstigeren Kaufkurs bekommen und die Aktien dann zeitgleich an der Börse B zu einem etwas höheren Verkaufspreis veräußern. Exakt das ist jedoch die Grundvoraussetzung, damit der Arbitragehandel mit Erfolg funktioniert.

 

Wie sehen die Orders beim Arbitragehandel aus – ein Beispiel

 

Nehmen wir nun an, dass Sie gerne von der Arbitrage profitieren möchten, die es an zwei unterschiedlichen Börsen bei den Telekom Aktien gibt. Dazu müssen Sie zunächst im Blick haben, mit welchem Kurs die Aktien an welchen Börsen notieren. Gehen wir von den folgenden Kursen aus:

 

  • Börse Frankfurt: 58,36 €
  • Berlin: 58,38 €
  • Arbitrage: 0,02 €

 

In dem Fall würden Sie zwei Orders an den Markt geben. Zum einen ist das die Kauforder an der Börse in Frankfurt, der Sie ein Limit von 58,36 Euro mitgeben. Zum anderen geben Sie zeitgleich die Order an die Börse in Berlin oder maximal wenige Sekunden zeitversetzt. Dort würden Sie dann dem Verkauf ein Limit von 58,38 Euro mitgeben. Wenn nun beide Orders ausgeführt werden, hätten Sie den erhofften Arbitragegewinn von zwei Cent je Aktie erzielt.

 

Arbitragehandel lediglich für Anleger mit viel Kapital geeignet

 

Vielleicht haben Sie am Ende des letzten Abschnitts bereits erkannt, dass der Arbitragehandel definitiv nicht für alle Anleger geeignet ist. Das liegt daran, dass sich eben die erzielbaren Kursdifferenzen auf einem geringen Niveau befinden. Es wird normalerweise nicht passieren, dass im Beispiel die Kurse der Telekom-Aktien an zwei Börsen deutlich voneinander abweichen. Meistens bewegen sich die Differenzen im Bereich von wenigen Cent. Wenn Sie im Beispiel lediglich 100 Telekom-Aktien gekauft hätten, läge der Gesamtgewinn bei nur zwei Euro. Davon müssen Sie natürlich noch die Orderkosten einrechnen, sodass Sie in dem Fall in der Summe einen Verlust erleiden würden.

 

Dieses Beispiel zeigt, dass Sie für einen lohnenswerten Arbitragehandel deutlich größere Summen investieren müssen. Normalerweise sollten das mindestens mittlere fünfstelligen Beträgen sein, denn sonst läge der Arbitragegewinn häufiger unterhalb der berechneten Ordergebühren. Auch dafür möchten wir gerne ein Beispiel geben:

 

  • Stückzahl: 3.000
  • Gegenwert: ca. 30.000 Euro
  • Arbitrage pro Aktie: 2 Cent
  • Arbitragegewinn: sich 60 Euro
  • Orderkosten: 25 Euro
  • Reingewinn: 35 Euro

 

In diesem Beispiel hätten Sie einen nicht geringen Betrag von 30.000 Euro investiert, wenn wir bei der Telekom Aktie von einem Kurs in Höhe von 10 Euro ausgehen. Trotzdem läge Ihr Nettogewinn nach Abzug der Ordergebühren nur bei 35 Euro. Daraus resultiert auch, dass sie oft mehrere Arbitrage-Geschäfte am Tag machen müssen, um einen guten Gewinn zu generieren.

 

Funktionieren Arbitragegeschäfte immer?

 

Arbitrage-Geschäfte sind zwar eine relativ sichere Möglichkeit, bei hohen Kapitaleinsätzen gute Renditen zu generieren. Garantien gibt es allerdings nicht, insbesondere aufgrund der zwei gleichzeitigen Orders. Natürlich kann es passieren, dass eine der beiden Orders mit Limit nicht ausgeführt wird. Dann hätten Sie zwar beispielsweise Aktien gekauft, die Verkaufsorder würde aufgrund des unterschrittenen Limits jedoch nicht ausgeführt. In dem Fall hätten Sie eine Aktienposition im Bestand. Würden dann in der nächsten Zeit die Kurse fallen, könnten Sie sogar mit dem Arbitragehandel einen Verlust erleiden. Das sollten Sie stets im Hinterkopf haben, wenn Sie sich für Arbitragegeschäfte entscheiden.

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