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Gebühren beim Investment in Wertpapiere – diese Kosten sollten Sie kennen

Wer in Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere investieren möchte, der hat zum Ziel, eine möglichst gute Rendite zu erzielen. Was allerdings einige Anleger nicht im Kopf haben: Die Rendite setzt sich nicht nur aus der Wertentwicklung der Aktien oder Fondsanteile zusammen, sondern besteht ebenfalls aus den Kosten. Diese Gebühren haben einen zum Teil erheblichen Einfluss darauf, welche Rendite Sie letztendlich mit der Geldanlage erzielen können. Daher ist es wichtig, die Gebühren und sonstigen Kosten zu kennen, die in Verbindung mit dem Investment und dem Handel von Wertpapieren stehen.

 

Was ist die Performance?

 

Lassen Sie uns kurz auf einige Begriffe eingehen, die von manchen Anlegern im Hinblick auf den Ertrag, den Gewinn und die Rendite durchaus synonym verwendet oder sogar verwechselt werden. Beginnen wir mit der Performance: Damit ist die Wertentwicklung gemeint, die Wertpapiere haben. Die Performance ist entsprechend die prozentuale Kurs- oder Preisentwicklung, die zum Beispiel eine Aktie vollzieht. Dazu ein Beispiel:

 

  • Kaufkurs: 58,30 Euro
  • Verkaufskurs: 62,70 Euro
  • Performance: 7,54 Prozent

 

Es geht in dem Fall daher um die reine Wertentwicklung, die für gewöhnlich in Prozent angegeben wird. Diese Performance dürfen Sie jedoch nicht mit Ihrer Rendite gleichsetzen, weil eben die Kosten noch nicht berücksichtigt sind.

 

Was bedeutet Ertrag?

 

Häufig wird statt der Performance oder der Wertentwicklung von einem Ertrag gesprochen. Meistens ist damit die Rendite gemeint, manchmal allerdings ebenso lediglich der nominale Ertrag, beispielsweise Zinsen, die Ihnen gutgeschrieben werden. Auch in dem Fall ist der Ertrag noch nicht mit der Rendite gleichzusetzen, denn dieser findet zum Beispiel in folgender Form statt:

 

  • Zinsen
  • Dividenden
  • Gewinnbeteiligung

 

Wenn Sie beispielsweise eine Zinsgutschrift auf Ihrem Festgeldkonto in Höhe von 300 Euro erhalten, ist das zwar ein Ertrag, jedoch gibt es zur Ermittlung der Rendite wiederum eventuellen Kosten, die anfallen.

 

Wie setzt sich die Rendite zusammen?

 

Kommen wir jetzt zu der Rendite, die unter anderem Wertpapiere miteinander vergleichbar macht. Wenn Sie die Rendite zum Beispiel einer Aktie ermittelt möchten, dann benötigen Sie dazu lediglich die folgenden zwei Größen: Wertentwicklung und Kosten. Die entsprechende Formel lautet:

 

Performance (Wertentwicklung) – Kosten = Rendite

 

Lassen Sie uns auch dazu kurz ein Beispiel aufführen:

 

  • Wertentwicklung der Aktie: 7,8 %
  • Kosten: 0,9 %
  • Rendite: 6,9 %

 

In dem Fall reduzieren die Kosten Ihre Rendite entsprechend um fast ein Prozent, sorgen also dafür, dass es eine größere Differenz zwischen der Wertentwicklung und der Rendite gibt. Welchen Kosten sind es nun, die Sie beim Handel und Investment mit Wertpapieren berücksichtigen müssen?

 

Welche Kosten gibt es im Zusammenhang mit Wertpapieren?

 

Lassen Sie uns zunächst einen Überblick geben, welche Kosten und Gebühren grundsätzlich im Zusammenhang mit dem Investment und dem Handel von Wertpapieren anfallen können. Die Gebühren sind unter anderem abhängig von der Wertpapierarten, also, ob Sie zum Beispiel Aktien, Anleihen, Aktivfonds oder ETFs handeln. Grundsätzlich können die folgenden Kosten anfallen:

 

  • Verwaltungsgebühren
  • Managementgebühren
  • Orderkosten
  • Ausgabeaufschlag
  • Performance-Fee
  • Depotkosten
  • Spread
  • Kommission
  • Börsenplatzentgelt

 

Das sind lediglich sämtliche Kosten, die grundsätzlich in Verbindung mit dem Investment in Wertpapiere stehen können. Das bedeutet allerdings nicht, dass bei jeder Anlage sämtliche, zuvor genannte Gebühren anfallen. Es ist wichtig, die Kosten der einzelnen Wertpapiere zuordnen zu können. Das möchten wir jetzt in den nachfolgenden Abschnitten tun.

 

Aktien: Börsenplatzentgelt, Ordergebühren und Depotkosten

 

Viele Anleger entscheiden sich für den Handel oder das Investment in Aktien, denken allerdings in dem Zusammenhang nicht an die Kosten. Dabei gibt es folgende Gebühren, die Sie in dem Zusammenhang beachten und entsprechend zur Ermittlung der Rendite einkalkulieren müssen:

 

  • Depotgebühr
  • Orderkosten
  • Börsenplatzentgelt / Fremdspesen

 

Depotgebühren entstehen nicht direkt im Zusammenhang mit dem Handel und dem Investment in Aktien. Sie werden auch berechnet, wenn Sie nicht aktiv handeln. An der Stelle können Sie immerhin häufig Kosten einsparen, denn es gibt einige Banken und Broker, die auf die Depotgebühr verzichten. Am meisten ins Gewicht fällt beim Investment in Aktien der Bereich Ordergebühren. Die auch als Transaktionskosten bezeichneten Gebühren fallen bei jedem Kauf und Verkauf der Wertpapiere an.

 

Orderkosten gibt es nicht nur beim Handel von Aktien, sondern ebenfalls bei Anleihen, ETFs oder anderen Wertpapieren, die börslich oder auch im außerbörslichen Bereich gehandelt werden. Wenn Sie die Aktien über eine Börse kaufen oder verkaufen gibt es diesbezüglich ein Börsenplatzentgelt, welches Sie mit einbeziehen müssen.

 

Aktiv gemanagte Fonds: Management- und Verwaltungsgebühren nebst Ausgabeaufschlag

 

Kosten fallen auch im Zusammenhang mit dem Investment in aktiv gemanagten Fonds an. So werden die folgenden Investmentfonds bezeichnet:

 

  • Rentenfonds
  • Geldmarktfonds
  • Offene Immobilienfonds
  • Aktienfonds

 

Faktisch jede Fondsgesellschaft berechnet zunächst Verwaltungsgebühren. Diese belaufen sich häufig auf 0,15 bis 0,35 Prozent auf Grundlage des Gegenwertes. Ebenfalls fast immer fallen die sogenannten Managementgebühren an. Diese stellen ein Entgelt für den Fondsmanager dar, der die Wertpapiere selektiert, die ins Portfolio des Fonds aufgenommen werden sollen. Je nach Art des Fonds und der Fondsgesellschaft bewegen sich die Managementgebühren nicht selten im Bereich zwischen 0,8 bis 1,8 Prozent im Jahr. Sie stellen demzufolge einen erheblichen Kostenfaktor dar.

 

Falls es sich um einen sogenannten Classic-Fonds handelt, fällt auch der Ausgabeaufschlag ins Gewicht. Achtung: Dieser ist nicht Teil der Gesamtkostenquote, die bei Fonds stets angegeben wird. Sie müssen den Ausgabeaufschlag stattdessen auf Ihre Haltedauer der Fondsanteile herunterrechnen, um ihn in die Jahresrendite mit einbeziehen zu können. An einem Beispiel möchten wir gerne verdeutlichen, wie die Gesamtkosten beim Investment in aktiv gemanagte Fonds aussehen können:

 

  • Verwaltungsgebühren: 0,40 %
  • Managementgebühren: 1,60 %
  • Ausgabeaufschlag: 5,00 %
  • Haltedauer: 5 Jahre
  • Ausgabeaufschlag pro Jahr: 1 %
  • Gesamtkosten: 3 Prozent (pro Jahr)

 

Im Beispiel belaufen sich die Gesamtkosten beim Investment in Fonds auf erhebliche drei Prozent. Gehen wir von einer Wertentwicklung des Fondsanteils in Höhe von 7,2 Prozent aus, würde nach Abzug der Kosten Ihre Rendite nur noch 4,2 Prozent betragen. Das zeigt eindrucksvoll, wie wichtig ist es, die Kosten bei einem Wertpapier Investment einzubeziehen.

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